Autonome Regulation – Musik und Herzfrequenzvariabilität

Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist ein wichtiger Indikator für die Flexibilität des autonomen Nervensystems. Ein hoher HRVWert steht für starke parasympathische Aktivität – also ein ruhiges, erholtes Nervensystem, das gut mit Stress umgehen kann (Mojtabavi et al., 2020).

Musik und autonome Balance

Musik kann das autonome Nervensystem beeinflussen. Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass Musikhören mit erhöhten HRVParametern und einer gesteigerten parasympathischen Aktivität verbunden ist, was auf eine reduzierte Stressreaktion hindeutet (Mojtabavi et al., 2020).


Physiologie der Ruhe
Langsame, gleichmäßige Musik wurde in experimentellen Studien mit physiologischen Effekten wie reduzierter Herzfrequenz und Blutdruck in Verbindung gebracht, besonders im Vergleich zu schnellerer oder stimulierender Musik (Bernardi et al., 2006).


Emotion und Herz
Musikerlebnisse gehen über reine Wahrnehmung hinaus und aktivieren Hirnregionen, die auch autonome Funktionen steuern. Umfangreiche neurobiologische Reviews zeigen, dass Musikinduzierte Emotionen neuronale und vegetative Prozesse koppeln, was direkte Auswirkungen auf Herzaktivität und HRV haben kann (Koelsch, 2014).


AUDIOSPA lässt sich davon inspirieren: Das Team versucht Klanglandschaften und musikalische Strukturen künstlerisch so zu gestalten, dass sie physiologisch entspannende Wirkungen unterstützen.

 

📚 Quellen

Mojtabavi, H., Saghazadeh, A., Valenti, V. E., & Rezaei, N. (2020).
Can music influence cardiac autonomic system? A systematic review and narrative synthesis to evaluate its impact on heart rate variability.
Complementary Therapies in Clinical Practice, 39, 101162.
📌 DOI: 10.1016/j.ctcp.2020.101162

Bernardi, L., Porta, C., & Sleight, P. (2006).
Cardiovascular, cerebrovascular, and respiratory changes induced by different types of music in musicians and nonmusicians: the importance of silence.
Heart, 92(4), 445–452.
📌 DOI: 10.1136/hrt.2005.064600

Koelsch, S. (2014).
Brain correlates of musicevoked emotions.
Nature Reviews Neuroscience, 15, 170–180.
📌 DOI: 10.1038/nrn3666


📖 Weiterführende Literatur
Porges S. – The Polyvagal Theory (2011)
Koelsch S. – Good Vibrations (2022)
Levitin D. – Music as Medicine (2025)
Trappe H.J. – Music and Heart (2021)
Benson H. – The Relaxation Response (2019)